Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“

Wie Sie sich in der Pandemie für die Zukunft sicher aufstellen

Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ | © adpic
von Judith am 03.04.2021

Die Pandemie verändert viel im Arbeitsleben und hat auch direkten Einfluss auf das Thema Ausbildung in Deutschland. Durch unsichere Zukunftsprognosen tendieren Unternehmen dazu, Ausbildungsplätze abzubauen oder keine anzubieten. Grundsätzlich verständlich – mit Blick auf die Zukunft und den Fachkräftemangel kann dies aber gravierende Folgen für die Arbeit der Zukunft haben. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung das Programm „Ausbildungsplätze sichern“ aufgelegt.

Pandemie und Ausbildung

In der Pandemie wurden viele Bereiche des Lebens eingeschränkt, sowohl privat als auch beruflich. Sowohl Kurzarbeit als auch Home Office haben einen Anteil daran, dass bei Azubis Lücken in der Ausbildung entstanden sind und entstehen – viele Arbeiten und Informationen sind eben nur persönlich bzw. vor Ort erlebbar und erlernbar. Und auch die Bereitschaft, Auszubildende einzustellen, ist in dieser Zeit der Unsicherheit geringer. 

Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“

Um nach der Pandemie nicht einen verstärkten Fachkräftemangel vorzufinden und um jungen Menschen eine Perspektive zu geben, hat die Bundesregierung das Programm „Ausbildungsplätze sichern“ aufgelegt. Dies soll Unternehmen unterstützen, weiterhin Auszubildende einzustellen, den Fachkräftenachwuchs zu sichern und damit solide für die Zukunft aufgestellt zu sein. Das Programm „Ausbildungsplätze sichern“ besteht aus mehreren Punkten. Bitte informieren Sie sich über genaue Details direkt auf den entsprechenden Seiten, dieser Artikel gibt Ihnen einen Überblick, ohne auf alle einzelnen Details und Voraussetzungen eingehen zu können.

Ausbildungsprämien werden verdoppelt

Kleine und mittlere Unternehmen, die von der Pandemie besonders betroffen sind, erhalten Prämien für die Einstellung von Auszubildenden im bisherigen oder höheren Umfang. Diese Prämien wurden nun verdoppelt: Ab dem 01.06.2021 gilt, dass 4.000€ pro Ausbildungsvertrag beantragt werden können sowie eine Prämie (Ausbildungsprämie plus) für die Erhöhung der Anzahl der Auszubildenden von 6.000€.

Mehr Unternehmen haben Anspruch

Auch die Zahl der anspruchsberechtigten Unternehmen wird ausgeweitet. Bisher waren Unternehmen mit bis zu 249 Mitarbeitern anspruchsberechtigt. Ab dem 01.06.2021 sind Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitern berechtigt, Prämien zu beantragen. 

Übernahmeprämie wird verdoppelt

Auch die Übernahmeprämie wird von bisher 3.000€ auf 6.000€ verdoppelt. Diese wird an Unternehmen gezahlt, die einen Auszubildenden aus einem insolventen Unternehmen übernehmen und die Ausbildung fortführen.

Zusätzliche Hilfen

Zukünftig soll es weitere Unterstützung geben, wenn Unternehmen bemüht sich, Auszubildende und Ausbilder trotz Kurzarbeit im Unternehmen zu halten. Hier soll sowohl ein Zuschuss zur Ausbildungs- als auch zur Ausbildervergütung gezahlt werden. Zudem wurde ein Lockdown-II-Sonderzuschuss für ausbildende Kleinstunternehmen beschlossen, der greift, wenn das Unternehmen im zweiten Lockdown seine Geschäftstätigkeit nicht oder nur in geringem Umfang wahrnehmen durfte und die Ausbildung dennoch fortgeführt wurde. Darüber hinaus erhalten Betriebe Zuschüsse für die Kosten von externen Lehrgängen, die der Vorbereitung der Abschlussprüfung der Azubis dienen. Dies schließt digitale Lehrgänge ausdrücklich mit ein.

Ausbildung trotz Pandemie – Investition in die Zukunft

Auch wenn die wirtschaftliche Lage schwankend und die Zukunftsprognosen unsicher sind: Ausbildung lohnt sich weiterhin. Durch die Zuschüsse der Bundesregierung erhalten Unternehmen mehr Unterstützung und Planbarkeit bei der Ausbildung – und können sich so trotz Pandemie für die Zeit danach sicher und solide aufstellen. Auch oder gerade in der aktuellen Lage lohnt es sich, die Zukunft nicht aus den Augen zu verlieren und durch Ausbildung dem Fachkräftemangel zu begegnen.
 

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