Brutto und Netto-Gehalt

Was ist der Unterschied?

Brutto und Netto-Gehalt | © adpic

Erstes eigenes Geld zu verdienen, fühlt sich wirklich toll an, aber wie viel bleibt am Ende eigentlich für dich übrig? Wie hoch sind die Abgaben und was sind das für Abgaben? Und was sind eigentlich die Unterschiede zwischen Brutto und Netto. All das und vieles mehr kannst du auf dieser Seite nachlesen.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Brutto und Netto?

Kurz vorab etwas Allgemeinwissen: Brutto und Netto sind zwei Begriffe aus dem Italienischen und bedeuten soviel wie „unbearbeitet“ und „sauber“. Der Unterschied zwischen Brutto und Netto liegt daher darin, ob Steuern und Sozialabgaben von einem Betrag schon abgezogen wurden oder nicht.

In Bezug auf das Gehalt spricht man:

  • Von einem Brutto-Gehalt, wenn Sozialabgaben und Steuerbeträge noch nicht abgezogen wurden
  • Von einem Netto-Gehalt, wenn Sozialabgaben und Steuerbeträge bereits abgezogen wurden. Das Netto-Gehalt ist der Betrag, den du am Ende auch wirklich zum Ausgeben bekommst, sei es für Klamotten, Essen oder Freizeitaktivitäten…

Das erste Gehalt

Die meisten Azubis freuen sich nach ihrem ersten Monat Ausbildung tierisch auf ihr erstes Gehalt, für viele ist es nämlich das erste eigene Geld überhaupt. Deshalb ist für eine Menge der Schulabsolventen eine Ausbildung so reizvoll und wird vielleicht sogar einem Studium vorgezogen, da man ja schon eigenes Geld verdienen kann.

Dennoch solltest du deine Entscheidung vielleicht nochmal überdenken, wenn das noch möglich sein sollte. Viele angehende Azubis lassen sich nämlich von der Aussicht des ersten Geldes blenden, obwohl man in der Ausbildung nicht gleich Unsummen verdient und so erst recht nicht reich werden kann.

Ins erste Ausbildungsjahr wird mit einem relativ niedrigen Monatsgehalt gestartet, welches sich nach und nach erhöht. Der Grund für das am Anfang doch eher niedrigere Gehalt ist, dass du nicht direkt als ausgebildete Fachkraft bei dem Unternehmen beginnst. Im Laufe deiner Ausbildung steigert sich demnach dein Gehalt einhergehend mit deiner Verantwortung und deinem Wissensstand.

Generell kann man jedoch ein bisschen Luft aus der ganzen Sache herausnehmen und sagen, dass nicht alle Ausbildungsgehälter sehr niedrig sind, denn das Ausbildungsgehalt fällt bei jedem ganz unterschiedlich aus. Ausschlaggebend sind neben dem Ausbildungsberuf auch die Region, das Bundesland, das Unternehmen und die Branche. Außerdem gibt es seit 2020 die sogenannte Mindestausbildungsvergütung, die einen Mindestlohn für Auszubildende im 1. Lehrjahr eingeführt hat. Die Höhe des Betrags ist zwar noch ausbaufähig, schützt aber vor zu niedrigen Gehältern.

Nicht zu vergessen ist allerdings, dass von deinem Gesamtgehalt noch Abgaben geleistet werden müssen und bei einer niedrigen Summe an Geld am Ende wahrscheinlich kaum was übrigbleibt. Was für Abgaben das sind und wie du finanzielle Unterstützung bekommen kannst, erfährst du weiter unten.

Brutto-, und Netto-Gehalt genauer erklärt

Das Gesamteinkommen ohne Abzüge: Brutto-Gehalt

Dein Brutto-Gehalt, welches du für deine Ausbildung und die erbrachte Leistung dort erhältst, setzt sich aus deinem festgelegten monatlichen Gehalt und möglichen Zuschüssen, Einmalzahlungen bzw. Weihnachts- und Urlaubsgeld zusammen. Das Brutto-Gehalt ist dabei die Summe an Geld, von der noch keine Abzüge, wie für Sozialversicherungen und Steuerbeiträge getätigt wurden.

Es ist sozusagen das große Ganze und ist deswegen auch in deinem Ausbildungsvertrag vermerkt. Je nachdem bei welcher Ausbildungsstätte du deine Ausbildung machst, bekommst du eventuell auch Sachleistungen, wie beispielsweise Verpflegung, diese können dir von deinem eigentlichen Gehalt in Kombination mit weiteren Abgaben abgezogen werden.

Alles was zum Ausgeben übrig bleibt: Netto-Gehalt

Das Netto-Gehalt ist das Geld, was am Ende auch auf deinem Konto ankommt und du theoretisch für Essen, Kleidung und Spaß ausgeben kannst. An dein Gehalt musst du nicht selbst denken und es ist auch nicht notwendig, deinen Arbeitgeber daran zu erinnern. Normalerweise überweist dir dein Chef das Netto-Gehalt direkt aufs Konto. Die notwendigen Abgaben werden von ihm bereits vorher abgezogen.

Nachfolgend siehst du ein paar Beispiele für Abzüge von deinem Bruttogehalt:

  • Sozialabgaben: Kranken-, Renten-, Arbeitslosen-, Pflege-, und Unfallversicherung (ungefähr 20 % deines Bruttogehaltes)
  • Lohnsteuer: Desto höher dein Einkommen, desto höher der Lohnsteuersatz
  • Kirchensteuer: Wenn du Mitglied der Kirche bist
  • Solidaritätszuschlag: wird aufgrund der Wiedervereinigung Deutschlands bezahlt, Abzüge von 5,5 Prozent ab einem bestimmten Einkommen (welcher aber meistens nicht mit der Ausbildungsvergütung erreicht wird)

Kein Geld mehr am Monatsende? – Finanzielle Unterstützung während der Ausbildung

Bei vielen Auszubildenden bleibt leider am Ende des Monats nicht mehr so viel übrig, da ihr normales Gehalt schon sehr gering ist und noch nicht die Abzüge mit einberechnet waren. So kann es dazu kommen, dass auch du am Ende des Monats in ein leeres Portemonnaie gucken musst und kein Geld mehr für das richtige „leben“ hast.

Glücklicherweise kannst du staatliche-finanzielle Unterstützung in Anspruch nehmen, welche du teilweise gar nicht zurückzahlen musst.

So kannst du zum Beispiel BAföG für Azubis oder Berufsausbildungsbeihilfe beantragen.

Mehr dazu kannst du hier nachlesen: Finanzielle Unterstützung- Ausbildung


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