Plötzlich Azubi - Was tun bei Startschwierigkeiten?

Ein paar Tipps für den Start ins Azubi-Leben

Plötzlich Azubi - Was tun bei Startschwierigkeiten? | © adpic
Ausbildung
von Judith am 02.05.2023

Der Schritt vom Leben als Schüler oder Student hin zum Auszubildenden ist nicht immer ganz einfach. Plötzlich 8 Stunden am Tag zu arbeiten und – mit Pausen – bestimmt 9 oder 10 Stunden am Tag unterwegs zu sein, fällt einigen schwer. Und auch die Umstände sind andere – auf einmal sind es nicht mehr Mitschüler, sondern Kollegen, nicht mehr Schulpause sondern fest geregelte Pausenzeiten, nicht mehr Freistunde sondern Arbeitsaufgaben. Doch wie gewöhnt man sich an den neuen Alltag und die vorgegebenen Zeiten? Wir haben ein paar Tipps für dich gesammelt:

Wie gewöhnst du dich an den Azubi-Alltag?

Vorweg kann gesagt werden: Es dauert ein wenig, bis du und dein Körper sich an die neue Situation gewöhnt haben. Also hab ein wenig Geduld und wirf nicht gleich die Flinte ins Korn. 

Vor allem die geregelten Schlaf- und Aufstehzeiten machen vielen „Neu-Azubis“ Probleme. Kennst du das: Du willst früh genug ins Bett gehen, damit du am nächsten Tag auch richtig fit bist, kannst aber nicht einschlafen? Mach dir keine Sorgen, das geht vielen so. Vor allem, wenn man sich zwingen will, einzuschlafen, klappt es ganz bestimmt nicht. Setz dich also nicht unter Druck und ruh dich einfach ein bisschen aus. Grundsätzlich dauert es mindestens 3 Wochen, bis sich ein Mensch an einen neuen Schlafrhythmus gewöhnt hat. Also gibt dir Zeit.

Auch das morgendliche Aufstehen fällt einigen Azubis richtig schwer. Wir raten dir, den Wecker bewusst ein bisschen früher zu stellen, um morgens nicht direkt in Stress zu geraten. Nimm dir Zeit, wach zu werden, deinen ersten Kaffee/Tee zu trinken und dir wichtige Dinge für deine Arbeit einzupacken. Das entspannt direkt am Morgen und du kannst gut in den neuen Arbeitstag starten.

Denk an kleine Pausen während des Tages – auch kleine Auszeiten kürzer als  eine Viertelstunde können helfen. Einfach bewusst zwischen zwei Aufgaben tief durchatmen, sich einen neuen Tee oder Kaffee holen oder kurz aus dem Fenster schauen – all das kann den Alltag entspannen. 

Wann kannst du als Azubi richtig mitarbeiten?

Du wirst nicht sofort in der Ausbildung ganz vorne mit dabei sein. Um dich im Unternehmen auszukennen und die theoretischen Grundlagen zu erlernen, braucht es mitunter Monate oder Jahre. Also stress dich nicht und nehme jeden Tag als Schritt in die richtige Richtung. Jeder hat einmal klein angefangen und es ist überhaupt nicht schlimm, wenn du öfters nachfragst.

Vergleichen bringt nichts!

Dich mit anderen Azubis zu vergleichen führt zu nichts. Vor allem sieht man meistens nur die Dinge, die bei den anderen besser laufen als bei einem selbst. Der eine bekommt mehr Urlaubsgeld, der andere darf seine Arbeitszeiten flexibler einteilen. Aber beachte immer: Auch bei denen läuft bestimmt nicht alles rund und sie müssen an anderer Stelle Abstriche machen. Schau dir deinen Arbeitgeber und deinen Arbeitsalltag an. Wenn du Dinge findest, die dich wirklich sehr stressen oder stören, sprich mit deinem/deiner Ausbilder/in oder Ausbildungsbeauftragten  darüber. Meistens gibt es Spielräume und kleine Änderungen an bestimmten Abläufen können dein Wohlbefinden deutlich verbessern.

Konflikte mit Kollegen als Auszubildender

Auch kann es zu Konflikten mit Kollegen oder Vorgesetzen kommen. Hier gilt immer: Reden hilft. Suche das Gespräch, spreche offen über deine Situation und wie es dir damit geht. Vielleicht sind es manchmal einfach nur Missverständnisse, die schnell ausgeräumt werden können. Und auch bei richtigen Konflikten ist der Weg zur Lösung immer die Kommunikation. Wenn du dich damit schwer tust, such dir eine andere Person aus dem Unternehmen, mit der du gut zurechtkommst und die dich dabei unterstützt. Alternativ kannst du dich auch an den Betriebsrat, eine Jugend- und Auszubildendenvertretung oder die Schulleitung wenden. Tipp: Versuche zuerst, Probleme direkt mit der anderen Konfliktpartei zu lösen und nicht sofort zu eskalieren. So kann ein harmonisches Miteinander entstehen.

Hol dir Hilfe während der Ausbildung

Die Tipps hast du alle schon ausprobiert und du bist trotzdem unzufrieden mit deinem neuen Azubi-Alltag? Dann hol dir Hilfe. Wir zeigen dir hier zwei Anlaufstellen, die dich unterstützen können. 

Zum einen die Bundesagentur für Arbeit, die das Programm “Assistierte Ausbildung” anbietet. Hier wirst du unterstützt und begleitet, schau es dir gern einmal an. 

Zum anderen gibt es das "VerA-Programm", welches vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt wird. Hier erhältst du einen Begleiter an die Hand, der dich unterstützt und mit dir zusammen einen Weg sucht, mit dem du die Ausbildung erfolgreich abschließen kannst.


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