Ausbildungsbetrieb wechseln – geht das?

Ob und unter welchen Bedingungen du deinen Ausbildungsbetrieb wechseln kannst

Ausbildungsbetrieb wechseln – geht das? | © adpic
Ausbildung
von Judith am 31.05.2023

Du hast deine Ausbildung in deinem Ausbildungsbetrieb begonnen, denkst aber darüber nach, den Betrieb zu wechseln? Dafür kann es verschiedene Gründe geben. Wichtig ist aber, dass du „nicht einfach so“ deinen Ausbildungsbetrieb wechseln kannst, sondern dabei ein paar Dinge beachten musst. Hier erfährst du, worauf du bei einem Wechsel des Ausbildungsbetriebs achten musst.

Gründe für den Wechsel des Ausbildungsbetriebs

Auszubildende entscheiden sich aus verschiedenen Gründen für den Wechsel ihres Ausbildungsbetriebs. Diese können beispielsweise sein:

  • Umzug in eine andere Stadt/ ein anderes Bundesland
  • Die Ausbildung ist fachlich nicht gut
  • Du langweilst dich den ganzen Tag
  • Das Betriebsklima ist schlecht
  • Probleme mit dem Ausbildungsbetrieb (z.B. Mobbing)
  • Dein Betrieb hält sich nicht an die Regeln (bspw. musst du ständig Überstunden machen oder zu Zeiten arbeiten, die nicht erlaubt sind.) Schau hier einmal nach zum Thema Jugendarbeitsschutzgesetz.

Wenn du nicht umziehst, sondern auf Grund von Problemen in deinem Betrieb wechseln möchtest, probiere zuerst, diese Probleme aus der Welt zu schaffen. Hier kann dich beispielsweise auch die Assistierte Ausbildung (AsA) unterstützen. Spricht auch mit deiner/deinem Ausbilder/in, vielleicht hat er/sie eine Idee, wie sich die Situation verbessern lässt.

Kündigung des Ausbildungsvertrags

Um deinen Ausbildungsbetrieb zu wechseln, muss dein Ausbildungsvertrag gekündigt werden. Mit deinem neuen Betrieb musst du dann einen neuen Vertrag abschließen. 

Die Kündigung ist an feste Regeln gebunden. Generell ist eine Kündigung in der Probezeit möglich. Falls du schon aus der Probezeit raus bist, ist die fristlose Kündigung nur aus wichtigen Gründen möglich (bspw. Verletzung der Pflichten durch den Ausbildungsbetrieb, Mobbing, sexuelle Belästigung, o.ä.). 

Liegen Gründe für eine fristlose Kündigung bei dir nicht vor, solltest du mit deinem Ausbildungsbetrieb einen Aufhebungsvertrag vereinbaren, in dem die Gründe für die Aufhebung aufgeführt sind (bspw. Umzug). Eine fristgerechte Kündigung ist vom Gesetzgeber so nicht vorgesehen und es können Probleme wie beispielsweise eine Schadensersatzforderung auf dich zukommen. Eine fristgerechte Kündigung des Azubis in der Ausbildung sieht der Gesetzgeber nur vor, wenn du deine Berufsausbildung aufgeben oder eine andere Ausbildung machen möchtest.

Dein neuer Ausbildungsbetrieb

Wenn du aber fest entschlossen zu einem Wechsel bist, musst du einen neuen Ausbildungsbetrieb finden. Das ist nicht immer ganz leicht. Nutze hierfür deine Kontakte, wie beispielsweise deine Mitschüler in der Berufsschule. Bewirb dich im Idealfall noch vor der Kündigung, dann fühlst du dich sicherer. Und lasse bei deiner Bewerbung die Gründe für deinen Betriebswechsel nicht unerwähnt, damit dein neuer Ausbildungsbetrieb informiert ist.

Wenn du einen neuen Ausbildungsbetrieb gefunden hast, ist es wichtig, die Rahmenbedingungen deines neuen Ausbildungsvertrags genau zu besprechen:

  • Wird dir die bisherige Ausbildungszeit in deinem alten Betrieb angerechnet?
  • Existieren die Probleme, die du in deinem alten Betrieb hattest, vielleicht auch im neuen Betrieb?
  • Werden deine Noten in der Berufsschule übernommen (v.a. bei Stadt-/Bundeslandwechsel)

Zudem solltest du mit der für dich zuständigen Kammer und mit deiner Berufsschule in Kontakt treten und den Wechsel ebenfalls besprechen.

Ausbildungsbetrieb wechseln – möglich, aber nicht immer ideal

Du siehst, es gibt viele Regelungen für den Wechsel eines Ausbildungsbetriebs, wenn du den gleichen Ausbildungsberuf weiterführen möchtest. Das sieht das Gesetz in Deutschland so nicht vor (wenn keine schwerwiegenden Gründe vorliegen). Liegen bei dir keine Gründe für eine fristlose Kündigung vor, raten wir dir, bestehende Probleme in deinem aktuellen Ausbildungsbetrieb offen anzusprechen und zu versuchen, diese aufzulösen. Dies hat gleich zwei Vorteile: Zum einen brauchst du den Betrieb nicht wechseln und vermeidest dadurch jede Menge Papierkram. Zum anderen übst du schonmal, Konflikte im Berufsleben konstruktiv zu lösen.


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