Abiturientenausbildung - Karriere auf kurzem Weg

Die Sonderausbildung für Abiturienten kann deine Chance sein

Abiturientenausbildung - Karriere auf kurzem Weg | © adpic

Du bist Abiturient oder Fachoberschüler und stehst vor der Entscheidung: Studium, ja oder nein? Und eigentlich kannst du dir nicht vorstellen, die nächsten Jahre in Hörsälen zu verbringen oder ein duales Studium zu machen? Dann könnte die Abiturientenausbildung oder doppelt qualifizierende Ausbildung die Lösung für dich sein.

Was versteht man unter doppelt qualifizierender Ausbildung?

Wie der Name schon sagt, hast du am Ende der Sonderausbildung für Abiturienten mindestens zwei Abschlüsse. Neben dem üblichen Abschluss kannst du eine zusätzliche Qualifikation erwerben. Je nach Bundesland gibt es dazu verschiedene Modelle. Es kann sich um eine kombinierte berufliche Aus- und Fortbildung oder um eine bereits in der Erstausbildung erworbene Zusatzqualifikation handeln. Nach der Abiturientenausbildung hast du also gleich zwei Zertifikate in der Tasche: den Ausbildungsabschluss und den Nachweis über die zusätzliche Qualifikation.

Hier zur Veranschaulichung zwei Beispiele:

  • Du absolvierst deine Abiturientenausbildung im kaufmännischen Bereich als Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel und erwirbst zur gleichen Zeit den Abschluss Handelsfachwirt/in.
  • Du absolvierst deine Abiturientenausbildung im handwerklich-technischen Bereich als Stuckateur/in und erwirbst zusätzlich den Abschluss Ausbaumanager/in sowie zusätzlich einen Abschluss als Stuckateurmeister/in.

Welche Voraussetzungen gelten für die Abiturientenausbildung?

Erforderliche Schulabschlüsse für die Abi-Ausbildung sind:

  • Allgemeine Hochschulreife
  • Fachgebundene Hochschulreife
  • Fachhochschulreife

Welcher Abschluss für welche Ausbildung erforderlich ist, richtet sich nach dem Unternehmen und dem Ausbildungsmodell.

Und eines solltest du wissen:

Wenn du gute Noten in den Basisfächern hast und vielleicht sogar Sprachunterricht hattest oder andere Zusatzkurse erfolgreich absolviert hast, bist du für Unternehmen besonders interessant.

Wie läuft denn so eine Sonderausbildung für Abiturienten?

Zunächst einmal musst du wissen, dass es in Deutschland keine einheitliche Regelung zum Ablauf der Ausbildung gibt. Je nach Unternehmen und Bundesland unterscheiden sich die Ausbildungsmodelle. Grundsätzlich aber gilt, dass es wie in der dualen Ausbildung einen Praxisteil im Betrieb gibt und du für den theoretischen Teil die Schulbank in der Berufsschule drücken musst. Die Zusatzqualifikation erwirbst du meist in Theorie-Blöcken in unternehmenseigenen Schulen oder in Bildungseinrichtungen der Industrie- und Handelskammern bzw. Handwerkskammern. 

Wie lange dauert die Ausbildung und was verdienst du?

Je nach Branche dauert die Sonderausbildung für Abiturienten zwischen 2 und 4 Jahren.

Die Prüfung für den ersten berufsqualifizierenden Abschluss legst du nach 2 Jahren ab. Am Ende der Ausbildung folgt die zweite Prüfung. Wenn du diese auch bestehst, erhältst du deine Zusatzqualifikation.

Und noch etwas: eine Abiturientenausbildung mit beruflicher Erstausbildung und anschließender beruflicher Weiterbildung kann verkürzter absolviert werden als eine klassische berufliche Aus- und Fortbildung.

Deine Ausbildungsvergütung ist mindestens so hoch wie die des anerkannten Ausbildungsberufes, den du erlernst. Du kannst aber durchaus mit deinem Ausbildungsbetrieb in Gehaltsverhandlung gehen, um eine höhere Vergütung oder eine Prämie zu erhalten.

In welchen Branchen gibt es die Sonderausbildung für Abiturienten?

Die Abiturientenausbildung gibt es mittlerweile für einige Berufe und Branchen – vor allem im technischen und kaufmännischen Bereich. 
In diesen Branchen findest du die Möglichkeit zu einer Abiturientenausbildung:

  • Bauen und Wohnen
  • Logistik
  • Wirtschaft und Finanzen
  • Computer und Telekommunikation
  • Forschung und Technik
  • Kunst
  • Recht
  • Sport und Wellness
  • Tourismus
  • Handwerk
  • Handel
  • Chemische Industrie

Mögliche Ausbildungsberufe sind:

  • Ausbaumanager/in
  • Außenhandelsassistent/in
  • Betriebsassistent/in - Handwerk
  • Betriebswirt/in (Ausbildung) - allg. Betriebswirtschaft
  • Betriebswirt/in (Ausbildung) - Außenhandel
  • Betriebswirt/in (Ausbildung) - Textil
  • Betriebswirt/in (Ausbildung) - Verkehr/Logistik
  • Eurokaufmann/-frau
  • Fachberater/in - Integrierte Systeme
  • Fachberater/in - Softwaretechniken
  • Fachwirt/in - Vertrieb im Einzelhandel (Ausbildung)
  • Finanzassistent/in
  • Handelsfachwirt/in (Ausbildung)
  • Immobilienassistent/in
  • Managementassistent/in
  • Technische/r Betriebswirt/in - Handwerk

Was sind die Vorteile?

  • Theorieunterricht an einer Berufsfachschule oder firmenintern
  • Praktische Ausbildung im Unternehmen
  • Das Unternehmen zahlt eine attraktive Ausbildungsvergütung
  • Zusätzliche Lehrgänge im Vergleich zum klassischen, dualen System
  • Mehr Praxisbezug als im dualen System
  • Mehr Theorie-Blöcke als im dualen System
  • Sehr gute Berufsaussichten und hohe Übernahmechancen im Ausbildungsbetrieb
  • Doppelabschlüsse/Zusatzqualifikationen sind möglich


Auf den Punkt gebracht: durch deine Doppelqualifizierung kommst du auf der Karriereleiter schnell voran und kannst Aufgaben im Führungsbereich übernehmen.

Wie steht’s um die Karrieremöglichkeiten?

Doppelt qualifizierende Ausbildung erfolgreich geschafft und wie geht’s dann weiter? Keine Sorge! Durch deine praxisorientierte Ausbildung verbunden mit meist ersten Führungsverantwortungen hast du hervorragende Karrierechancen. Als junge Führungskraft hast du ja bereits in deiner Ausbildung tiefen Einblick in die Unternehmensprozesse gewonnen und das gekoppelt mit der Zusatzqualifikation kommt bei Unternehmen gut an. Nach deiner Sonderausbildung steht dir meist eine Karriere im mittleren Management in deinem Unternehmen offen.

Vielleicht ist aber nach der Abiturientenausbildung noch nicht Schluss für dich und du entscheidest dich für ein weiterführendes Studium. Nur zu - der Weg an Universitäten und Hochschulen steht dir offen. 

Wann musst du dich bewerben?

Die Anzahl der Ausbildungsplätze ist begrenzt und die Bewerbungsfrist endet schon ein Jahr vor der Abiturprüfung. Also gilt es, rechtzeitig alle Informationen zu sammeln und deine Bewerbung parat zu haben. Schau doch mal in unsere Bewerbungstipps und hebe dich von deinen Mitbewerbern mit einem Bewerbungsvideo ab.

Du siehst also, dass dir die Abiturientenausbildung eine gute Alternative zum Studium bietet. Wir wünschen dir viel Erfolg auf deinem kurzen Weg zur Karriere.


Alles klar soweit?
Dann auf zur Ausbildungsplatz-Suche!

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